Waltraud

DEGEN

Atemhemmungen
und ihre Auflösung

Kleine Kinder leben im Augenblick. Sie fühlen ihre Gefühle und drücken sie unmittelbar über den Atem, die Stimme, die Bewegung, die Mimik und Gestik aus. Ihre Stimmungen wechseln schnell. Im Laufe des Sozialisierungsprozesses müssen sie aber lernen, sich „zu beherrschen“, ihre Wut, Angst, Traurigkeit - und oft auch Freude - nicht zu zeigen. Sie lernen, ihre Muskeln anzuspannen, um nicht zu schlagen oder zu stoßen, und den Atem zu blockieren, um nicht zu weinen, zu schreien oder zu jauchzen.

Bei vielen „gut erzogenen“ Erwachsenen sind diese Blockaden immer noch wirksam. Sie sind chronisch verspannt, können nicht tief durchatmen und trauen sich nicht, ihre Kraft zu spüren, zu zeigen oder laut zu sein. Die zurückgehaltenen Gefühle erzeugen einen chronischen Druck, der krank machen kann.

Was wir verlernt haben, können wir aber wieder erlernen. Durch ritualisiertes Wiederholen der tabuisierten Bewegungen oder Laute im eigenen Atemrhythmus im geschützten Rahmen der Gruppe lernt unser Organismus, dass der Ausdruck der in der Kindheit unerwünschten Gefühle im Hier und Jetzt gefahrlos ist, und dass wir uns an der eigenen Kraft und Lebendigkeit erfreuen können, ohne dass etwas Schlimmes passiert. Übungen zur emotionalen Entlastung sind bei den TeilnehmerInnen besonders beliebt und sind Teil einer jeden Übungseinheit.

 

 

 

 

 

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